Der 13-jährige Nuri El-Alfi lebt mit seinem Vater Kamal in einer Kairoer Wohnung. Im gemeinsamen Urlaub lernt Nuri die 26-jährige Mona kennen. Sie verliebt sich in Nuris Vater und heiratet ihn. Für Nuri die Hölle, denn er verzehrt sich nach Mona und wünscht seinen Vater heimlich weit weg. Dann geht sein Wunsch grausam in Erfüllung: Sein Vater, ein Regimegegner, wird von Unbekannten entführt.
Die Handlung:
Es gibt keine Grabstätte, und es gibt keine Todesnachricht. Der Mann bleibt einfach unauffindbar. Eine einfache Meldung in der Zeitung beschreibt das Geschehen: „In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages wurde der Exminister und bekannte Dissident Kamal Pascha El-Alfi aus der Wohnung der in Genf ansäßigen Béatrice Benameur entführt.“ Der Mann ist spurlos verschwunden.
Der inzwischen 14-jährige Nuri bleibt zurück und ist auf einmal mit seiner Stiefmutter alleine. Die folgenden Jahre des Erwachsenwerdens sind geprägt von Schuld- und Verlustängsten. Eine leere Stelle ist und bleibt in seinem Herzen. Nuri braucht lange, bis er die Kraft aufbringt, selbst Nachforschungen zum verschwinden seines Vaters anzustellen. Am Ende schlüpft Nuri selbst in die väterliche Rolle und verwandelt sich so in sein verlorenes Vorbild. Vielleicht liegt darin ein Weg, die Abwesenheit, das Nichts und die Trauer auszuhalten.
Der Autor:
Der libysche Autor Hisham Matar wurde 1970 als Sohn eines Diplomaten in New York geboren, wuchs in Tripolis auf, bis seine Familie mit ihm nach Ägypten flüchten musste. Jetzt, mit 41 Jahren lebt und arbeitet er in London.
In diesem Buch verarbeitet er teils Autobiographisches. Sein Vater, ein libyscher dissidenter Politiker wurde von Ghadafis Schergen entführt. Seit fast zwanzig Jahren gilt er als verschollen.
Schlagworte: Autobiographie, Buch, Buchtipp, Geschichte eines Verschwindens, Hisham Matar, Literatur


